Leni Winkelmann · Malerei

 
Der eigene Weg ist nicht immer einfach zu finden. Leni Winkelmann fand ihn in der Landschaftsmalerei. Die 1955 in Gronau geborene Malerin probierte viel aus, Abstraktion, Menschen und auch Stillleben. Doch in ihrem künstlerischen Schaffen fand sie schließlich zur Landschaftsmalerei. Ihre Bilder wurden räumlicher und gegenständlicher, weg von der Abstraktion mit der sie zu Beginn viel experimentierte.
Die Landschaftsmalerei gehörte neben Porträt, Historienbild, Genrebild und Stillleben zu den großen Gattungen der Kunstgeschichte. Heute ist diese Unterteilung überflüssig geworden. Als Motiv in der Malerei wurde die Landschaft immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Doch Leni Winkelmann widmete sich ihr und arbeitet in ihren Werken Einsamkeit, Verlassenheit, Ruhe und eine gewisse romantische Magie heraus. Unterstützt wird dies durch die zarte und harmonische Farbgebung. In ihren groß- und kleinformatigen Ölbildern zeigt die Malerin eine reflektierende Herangehensweise an Landschaftsmalerei. Sie malt ihre eigenen visuellen Eindrücke von Lichtstimmungen, Atmosphäre und Empfindungen in einer sensiblen und poetischen Malweise. Denn ihre Orte und Umgebungen existieren nicht in der Wirklichkeit. Es sind erdachte Landschaften, deren Wirkung die Künstlerin für sich und ihre späteren Gemälde einfängt. Sie spiegelt die Magie und den Zauber der puren Natur wieder. So sagte die Malerin: „Ich versuche eine andere Realität zustande zu bringen. Ich suche den Grenzbereich zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Schein und Sein.“
In der hektischen und digitalisierten Welt von heute, sind diese Landschaften Zufluchtsorte, vielleicht sogar ein kleiner Urlaub. Jedenfalls kann der Betrachter die Ruhe und Einsamkeit, die auf ihn einwirkt, für sich genießen. Es ist ihre eigene Art, Kunst zu schaffen und zu malen.
Sabrina Tesch, Kunsthistorikerin

 

© Leni Winkelmann · Impressum